Internationale Zusammenarbeit Vision und Austausch: Treffen der Deutsch-Chinesischen Unterarbeitsgruppe Industrie 4.0

Unter der Leitung des BMWI und der staatlichen Normungsorganisationen SAC treffen sich, im jährlichen Turnus, Vertreter der deutschen und chinesischen Regierungen, der nationalen Normungsorganisationen beider Länder, aus Industrie und Wirtschaft, von Verbänden, Universitäten und Forschungseinrichtungen, um sich normungspolitischen Fragestellungen und spezifische Fachthemen auszutauschen. 

Im Rahmen der Kommissionssitzung tagte am 27. und 28. Mai 2018 auch in diesem Jahr, bereits zum sechsten Mal, die Unterarbeitsgruppe Industrie 4.0 unter Führung des Standardization Council Industrie 4.0 (SCI4.0), um in einzelnen Technischen Expertengruppen (TEG), die bereits laufenden und ebenso zukünftigen Harmonisierungsarbeiten im Bereich Industrie 4.0/Smart manufacturing fortzuführen und zu vertiefen.

In der Expertengruppe Referenzarchitekturen wurden die Fortschritte und Updates zur Angleichung der beiden Referenzarchitekturmodelle (RAMI4.0/IMSA2) positiv aufgenommen. Es wurde eine enge Zusammenarbeit in der ISO/IEC JWG21 sowie bei IEC TC 65 vereinbart, in denen die entsprechenden internationalen Normen auch entwickelt werden. Die nächsten Schritte der Expertengruppe sind die Entwicklung einer "Standards Map", in der bereits vorhandene Normen aufgelistet werden, um gegebenenfalls Normenlücken gezielter erkennen zu können. Zusätzlich vereinbarte die Gruppe die Initiierung einer Task Force zum Thema Künstliche Intelligenz bei Industrie 4.0. Ferner wird die Arbeitsgruppe die Entwicklung und Harmonisierung der Verwaltungsschale intensiv eruieren und begleiten.

Die Expertengruppe IT Security und Funktionale Sicherheit hatte bereits im Vorfeld zur diesjährigen Hannover Messe 2018 das IT Security Standards White paper vorgestellt und veröffentlicht. Eine Version 2.0 ist für das Jahr 2020 geplant und vorgesehen. Derzeit arbeitet das Expertenteam an einem gemeinsamen White paper zu Security Tests. Dieses soll bis Ende 2019 fertig sein. Für den Bereich der funktionalen Sicherheit ist die Arbeitsgruppe dabei, ein White paper zum Thema Safety for Industrie 4.0 and Intelligent Manufacturing zu erstellen. Der Entwurf soll Ende 2018 bereit stehen und eine zu veröffentlichende Version Ende 2019 fertig sein.

Die Expertengruppe Network Communications and Edge Computing hat sich darauf verständigt, die unterschiedlichen Ansätze für Testumgebungen zu synchronisieren und weitere Informationen und Erfahrungen auszutauschen. Es wird eine enge Kooperation mit dem IEEE angestrebt. In Sachen Edge Computing haben sich beide Seiten drauf verständigt, die gegenwärtigen Aktivitäten aufzulisten und eine Liste von Szenarien und Use Cases zu erstellen.

Die Expertengruppe zum Thema Predictive Maintenance hatte ebenfalls bereits zur Hannover Messe 2018 ihre Standardization Roadmap on Predictive Maintenance veröffentlicht und vorgestellt. Bis Ende 2018 soll eine überarbeitete Version fertig sein, die eine Verbesserung der Prinzipien zur Struktur von Predicitive Maintenance sowie neue Use Cases und einen Vorschlag für einen strategischen Standardisierungsansatz enthält.

Im Bereich Use Cases und Anwendungen haben die Experten nach einer Review-Phase die Ziele, Leitlinien und erwarteteten Nutzen von Use Cases formuliert. Es herrscht Konsens hinsichtlich Umfang, Zweck und der beschreibenden Methode für Use Cases. Ziel ist es, ein generisches Rahmenwerk zu dokumentieren. Für die weiteren Arbeiten der UAG I4.0 hat die chinesische Delegation folgende neue Themen vorgeschlagen:

  • Intelligent Manufacturing Capability Maturity Model (Reifegradmodelle)
  • Online detection based on machine vision
  • Interface of Manufacturing Systems

Basierend auf den Ergebnissen der Technischen Expertengruppen wird die Zusammenarbeit bei den internationalen Normungsorganisationen ISO und IEC, aber auch auf Konsortionalebene gestärkt.

 

Hintergrund: Im Rahmen der dritten Deutsch‐Chinesischen Regierungskonsultationen im Oktober 2014 verabschiedeten beide Seiten den Aktionsrahmen „Innovation gemeinsam gestalten!“. Darauf aufbauend haben sich drei deutsch‐chinesische Kooperationsstränge etabliert, welche Kooperationen im Bereich intelligente Fertigung/ Industrie 4.0 unterstützen. In Bezug auf das Förderprojekt ist die Unterarbeitsgruppe Industrie 4.0 (UAG I4.0) im Rahmen der Deutsch‐ Chinesischen Kommission zur Zusammenarbeit in der Normung (DCKN) unter Leitung des BMWi und dem Staatlichen Amt für Standardisierung der VR China (SAC), von bedeutender Relevanz. Die UAG wird vom Standardization Council Industrie 4.0 (SCI 4.0) geführt.

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