GoGlobal Industrie 4.0

© Global Solutions / Tobias Koch

SCI 4.0 – Key enabler for global Industrie 4.0 Standardization

Status Quo

Deutschland gehört zu den weltweit führenden Industriestandorten und startet deshalb aus der Pole-Position im Wettbewerb um die besten Lösungen für Industrie 4.0. Die industrielle Produktion und produktionsnahen Dienstleistungen in Deutschland erzielen mehr als die Hälfte der gesamten Wirtschaftsleistung. Bei vielen digitalen Innovationen in der Produktionstechnik steht Deutschland an führender Stelle. Der Wettbewerb, insbesondere durch die USA und Südostasien (Japan, Südkorea, China), ist jedoch stark und das BMWi hat frühzeitig mit der Gründung und Förderung der Plattform Industrie 4.0 den Rahmen zur interdisziplinären Zusammenarbeit in Deutschland geschaffen. Dabei  entstanden weltweit führende Konzepte zu Industrie 4.0 sowie zahlreiche Publikationen.

Der nächste große Schritt ist es, diese Arbeit international abzusichern und zeitgleich einen großflächigen Entfaltungsrahmen bundesweit zu fördern, damit KMUs ihre heutige, weltweite Spitzenstellung auch in der Ära der digitalgetriebenen Wertschöpfungsökonomie sichern können. Das Labor-und Experimentierumfeld zur Erprobung ist von der Plattform Industrie 4.0 mit der Gründung von Labs Network Industrie 4.0 bereits geschaffen worden. Parallel dazu wurde mit dem Standardization Council Industrie 4.0 ein Werkzeug zur Orchestrierung der Standardisierungsaktivitäten und insbesondere zur deren Internationalisierung organisiert. Jetzt gilt es, mit dem Zusammenwirken der Partner die deutsche Spitzenstellung der Industrie 4.0-Konzepte in internationalen Normen und Standards und somit zu marktfähigen Produkten zu beschleunigen.

Ausgangssituation, Motivation und Bedarf

In der Plattform Industrie 4.0 sitzen Großindustrie und KMU, unterschiedliche Branchen und auch Mitbewerber an einem Tisch, um den Wirtschaftsstandort Deutschland gemeinsam zu stärken. In gemeinsamer Arbeit wurde das „Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0 (RAMI4.0)“, in Deutschland standardisiert und in die internationalen Standardisierungsgremien bei IEC und ISO eingebracht. In den letzten Jahren entstanden weitere, weltweit beachtete Veröffentlichungen, in denen die deutschen Konzepte von Industrie 4.0 beschrieben wurden und somit zur internationalen Markenbildung „Industrie 4.0“ führten.

International ist Deutschland mit DIN und DKE bereits eng mit ISO und IEC in den Gremien verflochten. In der IEC und ISO ist die Industrieausrüstung organisiert und wie folgt gegliedert:

IEC - International Electrotechnical Commission

Die DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE vertritt die deutschen Interessen in der IEC mit Hauptsitz in Genf/Schweiz. Deutschland ist, mit seinen ca. 3.500 Experten, in der IEC in führender Position beteiligt und stellt ca. 21% der Gremienvorsitzenden und 20% der Sekretäre.

IEC/SEG 7 Smart Manufacturing

Die im Juni 2016 gegründete SEG 7 „Smart Manufacturing“ ist unter dem Standardisation Management Board (SMB) angesiedelt und dient der Vorbereitung und Organisation der Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Smart Manufacturing. Dies erfolgt eng verzahnt mit dem Technical Committee IEC/TC 65 und denen im IEC/TC 65 gebildeten Working Groups

Technical Committee TC 65

Das Technical Committee IEC/TC 65 besteht aus 29 aktiven Mitgliedsstaaten und 18 Beobachterstaaten (sogenannte Observer) und umfasst somit insgesamt 47 Staaten. Inhaltlich arbeitet das IEC/TC 65 an internationalen Standards für Systeme und Elemente. Diese werden in der industriellen Prozessmessung und -kontrolle in kontinuierlichen und diskontinuierlichen Prozessen eingesetzt . Zudem übernimmt das IEC/TC 65 die Koordinierung der Standardisierung von verwandten Elementen. Die Normung ist auf nical Committee 65 (IEC/TC 65) internationaler Ebene somit für Ausrüstung und Systeme mit elektrischen, pneumatischen, hydraulischen, mechanischen oder anderen Mess- u/o Steuerungssystemen ausgelegt. Darüber hinaus sind diverse Untergruppen zum Themenfeld Smart Manufacturing/Industrie 4.0 gegründet worden.
ISO - International Organization for Standardization

DIN vertritt die deutschen Interessen in der ISO, die ihren Hauptsitz in Genf/Schweiz hat. Deutschland ist mit über 11.000 Experten in der ISO in führender Position beteiligt, ist in 327 Technischen Komitees (TC) vertreten und führt 54 Sekretariate.

ISO: Technical Committee 184 (ISO/TC 184)

Das Technical Committee ISO/TC 184 besteht aus 20 aktiven Mitgliedsstaaten und 24 Beobachterstaaten (sogenannte Observer) und umfasst somit insgesamt 44 Staaten. Inhaltlich arbeitet die ISO/TC 184 an der Standardisierung auf dem Gebiet der Automatisierungssysteme und deren Integration für Design, Beschaffung, Fertigung, Produktion und Lieferung, Support, Wartung und Entsorgung von Produkten und deren damit verbundenen Dienstleistungen. Zu den Standardisierungsbereichen gehören Informationssysteme, Automatisierungs- und Steuerungssysteme und Integrationstechnologien.

ISO: Strategic Advisory Group (ISO/SAG) Industrie 4.0

Eine der Hauptaufgaben der ISO/SAG I4.0 ist es, eine genaue Definition von Industrie 4.0 zu erarbeiten und eine Bestandsaufnahme der Normen, Normenprojekte und Use Cases die bereits vorhanden sind, oder im Gange sind, durchzuführen. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse werden dann Standardisierungslücken identifiziert und Handlungsempfehlungen erarbeitet.
ISO/IEC Joint Working Group 21 (ISO/IEC JWG21)

Aufgrund der fachlichen Überlappung zu Smart Manufacturing/Industrie 4.0 von Seiten der IEC und der ISO wurde die ISO/IEC JWG 21 gegründet und die Vertreter von IEC und ISO trafen sich erstmals im Juni 2017 in Frankfurt/M zur konstituierenden Sitzung.

Die Hauptaufgabe der ISO/IEC JWG 21 liegt in der Entwicklung von Smart Manufacturing Referenzmodellen, insbesondere die verschiedenen Aspekte im Zusammenhang mit dem Lebenszyklus und den technischen u/o organisatorischen Hierarchien zu Objekten (Assets). Zusätzlich ist die Entwicklung einer grundlegenden Architektur zu Smart Manufacturing-Komponenten als wesentlicher Teil der virtuellen Darstellung von Objekten geplant (Industrie 4.0-Komponente).

Die Beiträge aus den verschiedenen Ländern werden in einheitliche Modelle konsolidiert, die sich nicht widersprechen und entsprechend den Ergebnissen wird ein neues Work-Item-Angebot entwickelt und verbreitet.