Weltweite Einbettung von Normung und Standardisierung.

Normung und Standardisierung sind internationale Aufgaben, die nicht auf nationale Alleingänge beschränkt bleiben dürfen. Nur durch das weltweite Anwenden von Normen und Spezifikationen entfaltet sich der volle Nutzen für alle. Daher ist ein weltweit gültiges Normungssystem wichtig, in dem die rein nationalen Interessen in den Hintergrund treten. Um die Öffentlichkeit und die betroffenen Kreise einzubeziehen, sind verschiedene Mechanisten zur Teilhabe und Konsensfindung etabliert. Dadurch ergibt sich die in Bild 1 dargestellte Matrix der Arbeitsgebiete und Zuständigkeiten.

Die oberste Ebene ist die internationale Normung. Ihr Ziel ist es, den internationalen Waren- und Dienstleistungsverkehr durch Normen und Spezifikationen zu erleichtern. Die deutsche Wirtschaft ist bestrebt, immer erst international einen Normungsvorschlag voranzutreiben. Durch Übernahmeregelungen wird eine internationale Norm über die europäische Ebene ins deutsche Normenwerk aufgenommen. Auf internationaler Ebene sind die ISO (International Organization for Standardization), die IEC (International Electrotechnical Commission) und die ITU (International Telecommunication Union) die anerkannten Normungsorganisationen.

„Regionale“ Normungsorganisationen bestehen aus mehreren Mitgliedsstaaten, wie beispielsweise die Afrikanische Elektrotechnische Normungsorganisation oder die Normungsorganisation der Golf-Region. Auch Europa zählt in diesem Sinne zur regionalen Ebene. Für den europäischen Binnenmarkt ist eine Harmonisierung der Normen durch einheitliche Einführung von Europäischen Normen von besonderer Bedeutung. Die Normung auf europäischer Ebene wird bei den drei europäischen Normungsorganisationen CEN (Comité Européen de Normalisation), CENELEC (Comité Européen de Normalisation Électrotechnique) und ETSI (European Telecommunications Standards Institute) durchgeführt. Die nationalen Normungsorganisationen sind dort Mitglied.

Die in Deutschland anerkannten Normungsorganisationen sind die DKE  Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE und das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN). Die DKE ist für den Bereich Elektrotechnik sowie Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) zuständig; sie ist Mitglied bei CENELEC und IEC sowie nationale Normungsorganisation für ETSI. DIN verantwortet die allgemeinen Normungsbereiche ausgenommen Elektrotechnik und ist Mitglied bei CEN und ISO. Beide, DIN und DKE, betreuen Gremien, die auf europäischer und internationaler Ebene ihre Entsprechung haben.

Aufgabe der nationalen Normungsorganisationen ist es, die Normungs- und Standardisierungsarbeit in Gremien zu organisieren und die Ergebnisse in die nationalen Normenwerke zu übernehmen.

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist die Zusammenarbeit mit Konsortien. Das SCI 4.0 vertritt die Interessen gegenüber internationalen Konsortien. Darüber hinaus initiiert es bedarfsgerecht neue Projekte und organisiert deren Umsetzung. Die Initiative stärkt damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland.

Kooperationsprojekte sind bereits auf internationaler Ebene angelaufen und werden vertieft. Hier sind die Länderübergreifenden Initiativen mit

  • Frankreich,
  • Italien,
  • China,
  • Japan und den
  • USA

hervorzuheben. Weitere Länderkooperationen sind bereits in der Planung (siehe Bild SCI). Eine enge Zusammenarbeit mit der Plattform I 4.0 findet dazu statt. Weiterführende Informationen finden sie auch unter: http://www.plattform-i40.de/I40/Navigation/DE/In-der-Praxis/Internationales/internationales.html;jsessionid=CB75E8D934766623D926AA62010DD55D.