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Industrie 4.0 Practice Summit: Offene und global anerkannte Standards sind Grundlage für die digitale Transformation der Industrie

Den lauter werdenden Ruf nach einer agileren Standardisierung für das Industrie-4.0-Umfeld hat der VDE-Industrie-4.0-Practice-Summit aufgegriffen: Vom 19. bis 20. Juni 2017 trafen sich in Würzburg über 50 Experten und Industrie-Entscheider, um sich über agile Standardisierung, Open-Source-Ansätze sowie die Begleitforschung zu informieren und auszutauschen. Wie der Titel verrät, standen Demonstrationen von Use Cases und Open- Source-Projekten im Vordergrund des Praxis-Gipfels. In der begleitenden Ausstellung wurden neue Technologien, Innovationen und Geschäftsmodelle nicht nur vorgestellt, sondern auch auf den Prüfstand gestellt. Organisiert wird der Industrie 4.0 Summit vom Technologieverband VDE und dem Standardization Council Industrie 4.0.

Use Cases und Open Source für einer agilere Standardisierung und Normung
Die Entwicklung und Einbindung offener und zugänglicher Projekte wie Open AAS sind die zentralen Herausforderungen und Ansätze, denen wir uns stellen müssen“, betonte VDE-Präsident Dr. Gunther Kegel, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Pepperl + Fuchs, in seiner Eröffnungs-Keynote. Normung allein reiche jedoch nicht aus. Es benötige zusätzlich Anwendungsbeispiele und Vorgaben zur Implementierung. Diese werden derzeit in Projekte erarbeitet. Ein Beispiel ist OpenAAS: eine durchgängige Open-Source-Lösung der Verwaltungsschale. In der Praxisausstellung konnten sich die Teilnehmer live am Open AAS Demonstrator demonstrieren lassen, wie die Industrie-4.0-Verwaltungsschalen über Service-orientierte Dienste kommunizieren.

Semantik als Herausforderung für die weitere Entwicklung
Nur wenn Systeme die gleiche Sprache sprechen, können sie miteinander kommunizieren – eine Voraussetzung für das Gelingen von Industrie 4.0  Dies verdeutlichte auch Constantin Hildebrandt vom Institut für Automatisierungstechnik der Helmut-Schmidt-Hochschule in Hamburg. Zusammen mit ecl@ss und der Plattform Industrie 4.0 arbeitet die Hochschule im vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Projekt SemAnz40. Darin wird gezeigt, wie sich mit in der DKE-Normungs-Roadmap Industrie 4.0 empfohlenen Standards Anwendungsfälle von Industrie 4.0 mit eindeutiger Datensemantik realisieren lassen. SemAnz40 liefert eine semantische Basis für die privatwirtschaftliche Entwicklung von Produkten und Prozessen für Industrie 4.0.

Internationale Standardisierung für Funktechnologien in Industrie 4.0
„Damit die industriellen Funkkommunikation in Industrie 4.0 funktioniert, braucht es ein umfassendes Maßnahmenpaket“, betonte Milan Popovic, Leiter des DKE-Arbeitskreises Funktechnologien Industrie 4.0. Die von VDE-Experten skizzierten Anforderungsprofile künftiger Funktechnologien und deren Installation, Handhabung und Wartung müssen so einfach wie möglich sein. Nur so lasse sich laut Popovic die Akzeptanz für den Umstieg auf Industrie 4.0 gewinnen. Allerdings seien die Innovationszyklen von Kommunikationssystemen meist deutlich kürzer als die von Fertigungsanlagen. Deshalb müssen international akzeptierte standardisierte Lösungen entwickelt werden. Nur so lasse sich die Investitionssicherheit für die Industrie verbessern. Aktuelle Programme wie das BMBF-Schwerpunktprogramm „Zuverlässige Drahtlose Kommunikation in der Industrie“ (ZDKI) entwickeln zukunftsfähige Lösungen domänenübergeifend und veranschaulichen die Bedeutung von Kooperation und Kollaboration für die Weiterentwicklung von Funktechnologien. VDE|DKE ist bei ZDKI für die Begleitforschung zuständig.

Die international harmonisierte Standardisierung ist wichtig, damit Märkte nicht fragmentiert und global adressiert werden, so die weiteren Handlungsempfehlungen des Positionspapiers. In der Session zu Normung verwies Yves Leboucher, zuständig für die Internationale Zusammenarbeit des Standardization Council 4.0, auf die Bedeutung der internationalen Kooperation in diesem Kontext: „Internationale Zusammenarbeit soll als Katalysator für internationale Standardisierung genutzt werden und die in Deutschland entstandenen Konzepte und Leithemen zu Industrie 4.0 frühzeitig im Dialog mit den wichtigsten Industriestaaten internationalisieren.“

Investitionssicherheit der Industrie sichern
International akzeptierte standardisierte Lösungen müssen entwickelt werden, um die Investitionssicherheit für die Industrie zu sichern und zu verbessern. Diese Forderung unterstützten auch die Teilnehmer des Industrie 4.0 Practice Summit: Ohne offene und global anerkannte Standards wird die digitale Transformation der Industrie nicht gelingen. „Gerade für die mittelständischen Unternehmen sind sie Voraussetzung für entschlossene Investitionen in die digitalen Themen“, so VDE-Präsident Kegel.

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SCI4.0@Hannover Messe 2017

Der Plattform Industrie 4.0-Stand, der gemeinschaftlich mit den Partnern Standardization Council Industrie 4.0 und dem Labs Network Industrie 4.0 e. V. geführt wurde, war nach Themeninseln strukturiert: Aufgeteilt in die verschiedenen Entwicklungsstadien von Industrie 4.0 – Erstinformation, Standardisierung bis hin zur Umsetzung – navigierte er durch die Industrie 4.0-Welt. Zudem setzte der Stand mit Themeninseln und Exponaten zu Standardisierung und IT-Sicherheit zwei inhaltliche Schwerpunkte. Die Exponate (Interoperable Trustworthy Global Security Solution und Industrie 4.0 Verwaltungsschale Open AAS) zeigten, wie Komponenten verschiedener Hersteller über Standards harmonisiert werden können und wie sich Sicherheitskonzepte konkret umsetzen lassen.

Ziele des Messeauftritts 2017 waren:

  • Internationalisierung von Leitthemen der Standardisierung Industrie 4.0
  • Präsentation der Handlungsempfehlungen aus der aktuellen Normungsroadmap Version 2
  • Internationale (agile) Standardisierung als Katalysator für die Zusammenarbeit nutzen – Kernthemen definieren und Allianzen schließen
  • Vertiefung der bilateralen Kooperationen im Bereich I 4.0 mit China, Japan, Südkorea und den USA
  • Vertiefung und Fortführung der Normungsroadmap zur trilateralen Zusammenarbeit von Frankreich, Italien und Deutschland (unter Leitung der Plattform I4.0, BMWi und SCI 4.0

    Aktivitäten und Termine zur Hannover Messe 2017
    Montag, 24. April 2017
  • Empfang der Vorstandsdelegationen SAP und Siemens
  • Empfang der Länderdelegationen Indien und Dänemark
  • Empfang der BMWi-Delegation
  • 2. Trilaterales Treffen Deutschland, Italien und Frankreich unter Leitung von Plattform Industrie 4.0, BMWi und SCI 4.0

    Dienstag, 25. April 2017
  • DKE – USNC Treffen zum Austausch über die Standardisierungsaktivitäten im Bereich Industrie 4.0 / Smart Manufacturing
  • Smart Manufacturing Korea Forum Treffen der Südkoreanischen Delegation unter Leitung Prof. Choi
  • Unterzeichnung des Memorandum of Understanding zwischen Australien und Deutschland und Gemeinsam mit BMWI, Plattform I 4.0, den deutschen Unternehmen SAP und Siemens haben Australien und die Bundesrepublik Deutschland ein Kooperationsabkommen zur Vertiefung der gemeinsamen Standardisierungsaktivitäten im Bereich Industrie 4.0 unterzeichnet. Das SCI 4.0 ist hier mit den thematischen Schwerpunkten Referenz Architekturmodelle und Harmonisierung von Standards involviert. Als konkrete Ziele der Vereinbarung ist die gemeinsame Harmonisierung von Standards im IoT Bereich identifiziert worden, hier insbesondere auf Basis des RAMI 4.0-Modells. Weitere Kernpunkte der Kooperation sind der gemeinsame Aufbau von virtuellen Use cases sowie eines umfassenden Testlab-Netzwerkes unter Einbeziehung deutscher und australischer Forschungs- und Lehreinrichtungen.

           Mittwoch, 26. April2017

  • Vorbereitungstreffen Industrie 4.0 Practice Summit mit Besichtigung des Open AAS Demonstrator
  • Vorbereitungstermin SCI 4.0 und GIZ Annual Meeting Sino-German Standardisation Cooperation Commission (SCC)Donnerstag, 27. April 2017
  • 7. Expertentreffen DE-JP über die Fortführung gemeinsamer Standardisierungsaktivitäten im Bereich Industrie 4.0
  • Forum Industrie 4.0 Teilnahme Reinhold Pichler Podiumsdiskussion „Industrie 4.0 für KMU: LNI 4.0 als Katalysator zwischen Theorie und Praxis“

          Freitag, 28. April 2017

  Forum Industrie 4.0 Vorstellung des SCI 4.0 durch Alexander Bentkus

 

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Standardisierung für Industrie 4.0 - Keine Zukunft für Insellösungen

Normung bringt Industrie 4.0 voran

Die fortschreitende Digitalisierung der Industrie führt durch eine immer engere Verzahnung von Produktion und Produkten mit Hilfe modernster IuK-Technik zu weitreichenden Veränderungen der Produktionsprozesse. Beispiele sind Produktionsmaschinen, die selbstständig drohende Störungen erkennen, bevor sie auftreten, oder Werkstücke, die ihren eigenen Produktionsprozess steuern. Mit dem Technologieprogramm „Autonomik für Industrie 4.0“ fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Forschung und Entwicklung für wichtige Innovationen im Bereich Industrie 4.0.

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Standardization Council Industrie 4.0 bringt RAMI 4.0 in internationale Gremien

Die Industrie 4.0 verwischt Grenzen zwischen Branchen und Staaten – einheitliche Standards werden benötigt, die eine Interoperabilität einzelner Komponenten über Bereichs- und Landesgrenzen hinaus sicherstellen. Deutsche Industrieverbände und Normungsorganisationen haben das Standardization Council Industrie 4.0 gegründet, welches Standardisierungsaktivitäten international initiiert und koordiniert.

Hier geht es zu den News der Plattform Industrie 4.0

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CERT@vde: Aktuelle Informationen zu „Industrie 4.0“

CERT@VDE: erste IT-Sicherheitsplattform in Deutschland für KMU der Industrie 4.0

Industrie 4.0 eröffnet große Chancen und Wertschöpfungspotenziale – gerade für den Wachstumsmotor Mittelstand. Zugleich steigt mit der fortschreitenden Vernetzung der Produktionssysteme mit modernen IKT-Systemen das Risiko von Cyber-Angriffen. Umso wichtiger ist es, IT-Sicherheit als kritischen Erfolgsfaktor für Industrie 4.0 und Digitalisierung zu stärken.

Hier setzt CERT@VDE an: die erste Plattform zur Koordination von IT-Security-Problemen speziell für KMU im Bereich Industrieautomation. Sie bietet Herstellern, Integratoren, Anlagenbauern und Betreibern aus dem Bereich Industrieautomation die Möglichkeit zum intensiven und vertrauensvollen Informationsaustausch und konkrete Unterstützung beim Thema Cyber-Security.

 

Hier geht es zur Webseite des CERT

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Veranstaltungen

Montag, 26.06.2017

Jahressitzung der Deutsch-Chinesischen Kommission Normung 2017

Dienstag, 23.05.2017

16th Forum on "Industry Automation and Standardization" 2017