Industrie 4.0 in der Praxis

Mit der voranschreitenden Digitalisierung werden sich die Vorstellungen und die Gestalt der Produktion verändern. Die Grenzen zwischen Industrie und Dienstleistung werden noch durchlässiger werden und der globale Wettbewerb wird fortan auch in der Industrie digitalgetrieben sein. Dabei spielt die Standardisierung eine wichtige Rolle.

Um mit den Entwicklungsgeschwindigkeiten Schritt zu halten, muss Agilität im Normungsprozess seine Berücksichtigung finden.

Unsere Aufgabe ist es, schnell erforderliche Standards voranzutreiben und deren Erarbeitung zu initiieren, um unter anderem Interoperabilität zwischen im Wettbewerb stehenden Produkten und Lösungen sicherzustellen.

Netzwerkprozess der Digitalen Transformation

Das Zusammenspiel aus Fachgremien der Industrieverbände und Normung- und Strategieausschüssen der Normungsorganisationen bildet einen agilen Prozess aus Strategie und Konzeption, Testen und Standardisierung. Die Basis für das Zusammenspiel sind konkrete LNI4.0-Testszenarien mit KMUs, die marktrelevante Anforderungen generieren und somit eine Ableitung von Normen und Standards generieren können.

Der gesamte Prozess beinhaltet sechs Stufen und ist in zwei Phasen gegliedert.

Phase 1: das zu normende Vorhaben mit den relevanten Gremien und Ausschüssen der jeweiligen Fachverbände wird inhaltlich bewertet. Das Ziel ist es, in der Konsolidierungsphase inhaltliche Überlappungen in der Gremienarbeit zu vermeiden.

Phase 2: Nun ist eine konsistente Themenkoordination für die in internationale Normung eingebrachten Arbeitsergebnisse aus Deutschland heraus gewährleistet, um anschließend die Normungsphase zu initiieren.

Prozessablauf für die Standardisierung

Use Cases

Der Einsatz digitaler Technologien in der Industrie wird eine Vielzahl an neuen Produktionsverfahren, Geschäftsmodellen und Produkten hervorbringen. So muss eine Produktionslinie nicht mehr auf ein Produkt festgelegt sein. Dadurch ändern sich die Anforderungen an die industrielle Fertigung. Durch IT-Unterstützung wird es möglich sein, Bearbeitungsstationen flexibel an einen sich verändernden Produktmix anzupassen. Dabei können Kapazitäten optimal ausgelastet werden. Darüber hinaus können die automatisierten Analyseverfahren auch Wartungsbedarfe und Ausfallrisiken aufzeigen.

Über 300 Anwendungsbeispiele aus der deutschen Praxis zeigen, dass innovative Prozesse, die die Anlagentechnik, IT-Systeme und betriebswirtschaftliche Modelle stärker vernetzen, bereits heute von Unternehmen und Forschungseinrichtungen entwickelt und umsetzt werden. Die Sammlung wächst im Zuge der Kooperation mit dem LNI 4.0 stetig weiter.

Publikationen
Die Normungs-Roadmap ist das zentrale Kommunikationsmedium des SCI 4.0 zum Austausch mit Industrie, Verbänden, Forschungseinrichtungen und Ministerien. Sie ist Wegweiser für Akteure aus verschiedenen technologischen Sektoren und unterstützt entwicklungsbegleitend die Marktakzeptanz der neuen Technologien und Verfahren. Zur Weiterentwicklung und Fortschreibung der ersten Version der Normungs-Roadmap zu Industrie 4.0 wurde der Arbeitskreis „Normungs-Roadmap" eingerichtet.
 
Derzeit erarbeitet der SCI-Arbeitskreis "Normungsroadmap" die mittlerweile dritte Ausgabe. Das Erscheinungsdatum ist für 2018 festgelegt. Sie möchten mehr über die dritte Ausgabe und den Expertenkreis wissen - hier geht es lang.